Karnevalsprinz Marc I: ein Kind der Christuskirchengemeinde

„Wir leben unseren Traum und genießen jeden Auftritt“, sagt Marc Thönes strahlend. Und er meint, was er sagt, das spürt man. Gemeinsam mit seiner 28jährigen Frau Janine bildet der 32jährige das aktuelle und jüngste gesamtstädtische Prinzenpaar. Rund 300 Auftritte absolvieren die beiden in dieser Session. Als Marc I und Niersia Janine sind sie im Auftrag des Frohsinns in der Stadt unterwegs, verteilen Orden und verbreiten gute Laune. Beide sind dem Brauchtum eng verbunden: Marc Thönes ist im Sommerbrauchtum groß geworden, war zweimal Schützenkönig der Bruderschaft St. Josef Westend, ist seit fast zehn Jahren aber auch Mitglied und nun Präsident der Karnevalsgesellschaft Immer lustig Holt. Janine Thönesliebt das Tanzen und  ist als Mariechen im Tanzcorps der Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach aktiv.

Diese Begeisterung für das Brauchtum ist nicht unbedingt evangelische Tradition. „Ich habe mehr katholische als evangelische Kirchen von innen gesehen“, sagt Marc I und lacht. Trotzdem verbindet ihn mit der Christuskirchengemeinde eine lange Geschichte. Er wurde von Pfarrer Andreas Rudolph konfirmiert und vor zwei Jahren in einem ökumenischen Gottesdienst getraut, war Kindergottesdienst-Helfer in Ohlerfeld, unterstützte beim Pfingstgottesdienst im Grünen und trug bei Wind und Wetter unverdrossen die Gemeindezeitung Wir in Holt aus. Er hat ehrenamtlich bei den Christmas Classics geholfen und ist mit dem Pfarrerehepaar Beuschel auf Freizeiten gefahren. „Und heute mache ich wieder den Ausschank bei den Christmas Classics“, sagt Marc Thönes, der inzwischen Geschäftsführer der Brauerei Jöris ist. Als Dagmar Jansen, Gemeindepädagogin der Christuskirchengemeinde im 2.Pfarrbezirk, den ersten St. Martinszug im Borussia-Park umsetzt, ist Marc der erste Bettler, der frierend am Feuer sitzt und um einen Mantel bittet. Heute, 16 Jahre später, ist er Prinz – was für eine Karriere!

Heute braucht er keinen halben Mantel, er hat ein Ornat. „Beim Anziehen muss man höllisch aufpassen“, sagt er grinsend. Beim Essen auch, deshalb hat das Prinzenpaar große Lätzchen in der Prinzenkutsche dabei, denn Ketchup- oder Gulaschflecken machen sich schlecht auf dem fürstlichen Ornat. Ein bisschen Einfluss hat das Prinzenpaar auf die Gestaltung seiner Kleidung, auch wenn vieles von der Tradition festgelegt ist. „Als Prinzessin kann ich den Ausschnitt und auch die Art der Ärmel wählen“, erklärt Niersia Janine. Prinz Marc I hat sich dafür entschieden, die Federn, die sein karnevalistischer Ziehvater Hans-Peter Jansen 1989 an seiner Prinzenkappe stecken hatte, zu verwenden. „Die Beziehung zu Holt und Immer lustig ist mir wichtig“, sagt er. Auch die Orden zeugen für die Bindung zu Holt. Sie erinnern an die Orden von 1989, aber in einer modernisierten Form. „Jeder Orden hat einen einzigartigen Achatstein“, erklärt der Prinz. Es gibt ihn in zwei Farben, wobei Rot für die Prinzengarde der Stadt Mönchengladbach, der Gesellschaft der Prinzessin, steht, Blau für Immer lustig Holt, der Gesellschaft des Prinzen.

Zu den rund 300 Terminen, die das Prinzenpaar zu absolvieren hat, gehört in diesem Jahr auch ein Besuch in der Christuskirchengemeinde: im Februar werden Niersia Janine und Marc I bei der Bingo-Veranstaltung in Ohlerfeld für karnevalistische Stimmung sorgen. Und da sage noch jemand, der Karneval sei den Protestanten fremd. Halt Pohl!

Angela Rietdorf

Anmelden

Vielen Dank für Ihre Nachricht

Wir werden sie so schnell wie möglich beantworten.

Mit freundlichem Gruß

Ihr Verband Evangelischer Kirchengemeinden in Mönchengladbach