Ein Konfirmandenkurs auf Abgeordnetenbesuch im Landtag

Einer der Konfirmanden wollte es dann doch wissen: „Braucht bzw. brauchte man gute Noten, um Abgeordneter zu werden?“ Er konnte sich zwar ein bisschen so fühlen, schließlich saß er wie die anderen dreißig Konfirmandinnen und Konfirmanden schon mal an einem Pult in einem der größten Fraktionssäle im Landtag. Aber es fehlte dem 13-Jährigen noch etwas zu einem richtigen Abgeordneten. Einem wie Jochen Klenner. Der stand den Jugendlichen der Gladbacher Christuskirchengemeinde an einem Dienstagnachmittag im November Rede und Antwort. Die dreiviertel Stunde im runden Saal war ein ganz besonderer Moment des vierstündigen Ausflugs nach Düsseldorf. Denn Jochen Klenner, der für Mönchengladbach in den Landtag gewählt wurde, antwortete offen auf die Fragen, die eine Woche zuvor im Wichernhaus während des Konfirmandenunterrichts formuliert worden waren. Der 47-Jährige begegnete den jungen Leuten auf Augenhöhe.

Gern waren sie zusammen mit Pfarrerin Annette Beuschel, Pfarrer Werner Beuschel und Gemeindepädagogin Jasmin Heisterkamp der Einladung gefolgt, die Klenner beim Gemeindesommerfest ausgesprochen hatte. Der gecharterte Reisebus brachte in einer guten halben Stunde die Gruppe sicher in die Landeshauptstadt. Und dort bekamen sie einen Einblick in die Funktionsweise des Parlaments und die Arbeit der Abgeordneten. Suchet der Stadt Bestes, heißt es in der Bibel, und das kann eben auch heißen, politische Prozesse übers Kennenlernen auch schätzen zu lernen.

Sandra Lohr, Büroleiterin von Jochen Klenner, erklärte den Konfirmandinnen und Konfirmanden, dass hinter der kreisrunden und offenen Architektur des 1988 eröffneten Gebäudes auch die Idee steckt, Demokratie zu veranschaulichen. Weiter ging’s zum Raum der Stille, ein lichtdurchfluteter Ort der Besinnung, der Meditation und des Gebets. Hier können sich Abgeordnete sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückziehen, durchatmen und von der Turbulenz des politischen Alltags erholen.

Nach der Gesprächsrunde im Fraktionssaal schaute die Gladbacher Besuchergruppe im Büro von Jochen Klenner vorbei und machte sich dann auf den Weg zum architektonischen Highlight: der kreisrunde Plenarsaal in der Mitte der ganzen Anlage. Jetzt am Spätnachmittag hatte man den Raum für sich allein. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden hörten gern den Ausführungen ihres Abgeordneten zu. Er hatte ja schon in der Fragerunde die ungeteilte Aufmerksamkeit gewonnen. Und wie lautete nun die Antwort Klenners? Auf die Frage:  „Braucht bzw. brauchte man gute Noten, um Abgeordneter zu werden?“. Nein, die brauche es nicht, und der Politiker verriet, dass er selber als Korschenbroicher Abiturient nicht nur Einsen auf dem Zeugnis hatte. Aber, so lautete die versteckte Empfehlung an seine jungen Besucher im Blick auf gute Noten: „Schaden tun sie zumindest nicht.“   

Fotos: Annette und Werner Beuschel

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