Die Botschaft des Ohlerfelder Wandmosaiks

Seit der Eröffnung von Kirchsaal und Kindergarten Ohlerfeld sind inzwischen fast 70 Jahre vergangen und dieses besondere Gemeinde-Haus war in all der Zeit und ist bis heute ein vielfältiger „Lebens- und Erfahrungsraum“ für Kinder und Familien (im Evangelischen Kindergarten) und zugleich für alle Generationen (im Evangelischen Kirchsaal). Ein vielfältiges Gemeindeleben im Wandel der Zeit. Dies gilt auch für die beiden Gebäudeteile selbst „unter einem Dach“.

Beispielhaft sei hier eine besondere Symbolik im Gottesdienstraum genannt, der 1992/1993 noch einmal prägend verändert wurde, vor allem die Altarwand. Nach über zweieinhalbjähriger Beratungs- und Planungsphase konnte im Sommer 1992 im Kirchsaal ein Wandmosaik der Odenkirchener Künstlerin Marianne Strunk-Hilgers (1931-2025) angebracht werden. Das Wandmosaik ersetzte den bis dahin angebrachten Bibelvers „Aber des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit, das ist das Wort, welches unter euch verkündigt ist“ (1. Petr. 1,25) sowie später angebrachte Hungertücher auf Pin-Paneele. Zur Botschaft des Wandmosaiks selbst schrieb die Künstlerin 1992 in der Oktober-Ausgabe des Gemeindebriefs WIR: „Eine Wandgestaltung darf nie Selbstzweck sein. Sie muss im Dienst des Raumes und der Architektur stehen und zu einem würdigen Schmuck im Kirchraum werden. Das Wandmosaik im Kirchsaal ordnet sich ein, lädt aber auch zur Meditation ein. Das Zeichen oder Symbol ist für mich die stärkste Aussage. Es verlangt höchste Vereinfachung, eine Konsequenz, die keine andere als die gewollte zulässt. Das Mosaik ist im Kreis gestaltet. Im Kreis, der nicht nur in der Geometrie eine interessante Figur ist. Der Kreis bedeutet mehr, er spiegelt sich in unserem Lebenslauf und in der Natur wider, im Kommen und Vergehen: Er ist das Symbol für unsere Erde und ist in Beziehung zu der Darstellung zu sehen. Um dies noch zu verdeutlichen, sind die Mosaiksteine aus der Mitte kommend kreisförmig gelegt.

Das Kreuz hält die Welt zusammen. Die Kreuzesarme verbinden Norden und Süden, Osten und Westen. Aber das Kreuz wird auch von der Welt getragen. So wie wir in unserem Leben immer wieder auf das Kreuz Christi und auf unser eigenes Kreuz stoßen, so stoßen auch die Mosaiksteine im Kreis an das Kreuz an. Das Band ohne Anfang und Ende symbolisiert die Unendlichkeit, die Ewigkeit Gottes. Die grüne Farbe des Bandes bedeutet Hoffnung und Leben. Diese Gedanken vereinen sich in den Buchstaben „Alpha“ und „Omega“.“ Unter dem Vorzeichen dieser Botschaft lässt sich im Blick auf das Gemeindeleben in Ohlerfeld sagen: Das ist ein kostbarer „Gemeinde-Schatz“, den es auch in Zukunft zu hegen und zu pflegen gilt. Denn das Gemeindeleben ist nur da lebendig und miteinander verwoben, wo Menschen jeden Alters sich vielfältig einbringen und erleben: „Gemeinsam sind wir stark!“

Andeas Rudolph

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