Im Jahr 2000 wurde Bilke Epperlein vom damaligen Superintendenten Keuper in Großheide ordiniert. Ihr silbernes Ordinationsjubiläum feiert die Prädikantin am Pfingstmontag im Rahmen des ökumenischen Gottesdienstes im Grünen in Ohlerfeld. Das ist ein besonders passender Rahmen, denn Bilke Epperlein lebt nicht nur im Stadtteil, ihr liegt auch die Ökumene besonders am Herzen.
Die Anregung, sich zur Prädikantin ausbilden und ordinieren zu lassen, kam von Pfarrer Bassy. Bilke Epperlein war zwischen 1988 und 1996 Presbyterin in Großheide, wo sie damals wohnte. Der Vorschlag des Pfarrers fiel auf fruchtbaren Boden: Bilke Epperlein durchlief die zweijährige sogenannte Rüstzeit. „Das hat mir viel Freude gemacht“, sagt sie rückblickend. Es gab auch Schrecksekunden, als beispielsweise die Visitation mit der plötzlichen Erkrankung ihres Mentors zusammenfiel und sie unerwarteterweise den Gottesdienst allein halten musste. Aber: „Daran wächst man“, sagt sie und lächelt.
Die Prädikantenausbildung hatte auch Einfluss auf ihren Hauptberuf als Lehrerin: sie nahm zusätzlich zu ihren Hauptfächern Englisch und Französisch das Neigungsfach Religion hinzu. Wenn sie predigt, dann am liebsten über Geschichten aus den Evangelien. „Das sind praktische Geschichten, aus denen man sehr viel lernen kann.“ Sehr gern wirkt sie an Gottesdiensten mit wie an den ökumenischen Gottesdiensten zu Karfreitag oder am Pfingstmontag sowie an den inklusiven Familiengottesdiensten. Aktiv ist sie außerdem an den Sonntagen in Ohlerfeld, in denen sich eine Gruppe zum Bibelteilen trifft und strukturiert über Geschichten aus der Bibel austauscht. Geprägt haben sie Generationen evangelischer Vorfahren. Es gibt Anekdoten wie die über Ur-Ahn Wilhelm Busch, der die evangelische Gemeinde im Gesang anleitete, oft verstärkt durch ein selbstgebasteltes
Papprohr. „Wenn man solche Geschichten kennt, rücken die Menschen vor vielen hundert Jahren viel näher.“
Angela Rietdorf
