Diakonie Mönchengladbach: Perspektiven für langzeitarbeitslose Menschen

Wie wichtig arbeitsmarktpolitische Förderinstrumente für Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt sind, wurde bei einem gemeinsamen Austausch in den Radstationen der Diakonie Mönchengladbach deutlich. Im Rahmen der Aktionswoche „Aktiv für Arbeit“ der Freien Wohlfahrtspflege NRW hatten die Radstationen Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunal- und Landespolitik, Verwaltung und Arbeitsmarktinstitutionen eingeladen, um über die Zukunft von Arbeitsgelegenheiten (AGH) und Maßnahmen nach § 16i SGB II zu sprechen.

Begrüßt wurden die Gäste von Johannes Kuhn, Geschäftsführer der Diakonie Mönchengladbach gGmbH. In seinen einleitenden Worten betonte er die Bedeutung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente für die tägliche Arbeit der Diakonie: „Hinter jeder Maßnahme steht ein Mensch mit seiner eigenen Geschichte. AGH und 16i schaffen Chancen, die weit über die reine Beschäftigung hinausgehen. Sie geben Struktur, Selbstvertrauen und eröffnen neue Perspektiven.“

Die Veranstaltungen trafen auf außerordentliches Interesse. Zu den Teilnehmenden gehörten unter anderem Nicole Wilms und Jannan Safi (SPD), Ina Heythausen (RWL), Frau Bochannek und Frau Dhiab als Vertreterinnen des Jobcenters Mönchengladbach, Martin Heinen (CDU), Dr. Boris Wolkowski (Grüne) Achim Hintzen, Betriebsleiter der Radstationen, die Sozialpädagogen Yasmin Bittner und Niklas Aretz, Frau Philipps von der Mobilitätsabteilung der Stadt Mönchengladbach sowie Herr Henke, Vorstand der Diakonie Mönchengladbach. Im weiteren Verlauf kamen auch Frau Winnefeld, Geschäftsführerin des Jobcenters Mönchengladbach, der Sozialdezernent Herr Dreyer sowie der Landtagsabgeordnete Jochen Klenner (CDU) und seine Kollegin Vanessa Odermatt zur Gesprächsrunde hinzu.

Förderinstrumente schaffen Perspektiven

Einen wichtigen Impuls gab Ina Heythausen mit ihrem Beitrag zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und den möglichen Auswirkungen geplanter Kürzungen bei arbeitsmarktpolitischen Fördermaßnahmen. Anhand von Zahlen und Bedarfsanalysen wurde deutlich, dass insbesondere Menschen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen auf langfristige und verlässliche Unterstützung angewiesen sind. „Für viele Menschen sind diese Maßnahmen nicht nur ein erster Schritt zurück in Beschäftigung, sondern oftmals die einzige realistische Möglichkeit, wieder gesellschaftliche Teilhabe zu erfahren“, betonte Heythausen. „Jede Kürzung bedeutet weniger Chancen für diejenigen, die ohnehin bereits große Hürden überwinden müssen.“

Wie solche Fördermaßnahmen konkrete Lebenswege verändern können, machte anschließend der persönliche Bericht eines ehemaligen Teilnehmers deutlich. Er begann seinen Weg bei der Diakonie in einer Arbeitsgelegenheit (AGH), absolvierte anschließend eine Ausbildung und ist heute als Fachkraft beschäftigt. Seine persönliche Erfolgsgeschichte zeigte eindrucksvoll, welche Entwicklungsmöglichkeiten entstehen können, wenn Menschen Zeit, Unterstützung und eine realistische berufliche Perspektive erhalten. „Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, dass Investitionen in Menschen wirken. Wo andere oft nur Zahlen sehen, erleben wir jeden Tag persönliche Erfolgsgeschichten. Diese Angebote dürfen nicht geschwächt, sondern müssen gestärkt werden.“, so Johannes Kuhn.

Radstationen verbinden Arbeit, Qualifizierung und soziale Teilhabe

Bei einem anschließenden Rundgang durch die Radstationen konnten sich die Gäste ein Bild von der praktischen Arbeit machen und direkt mit Beschäftigten und Fachkräften ins Gespräch kommen.

Dabei wurde deutlich: Die Radstationen sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Mobilität in Mönchengladbach. Sie sind zugleich Lern- und Arbeitsorte, an denen Menschen berufliche Erfahrungen sammeln, Qualifikationen erwerben und Schritt für Schritt neue Perspektiven entwickeln können. Der Austausch machte außerdem deutlich, dass erfolgreiche Arbeitsmarktintegration Zeit, individuelle Begleitung und verlässliche Förderstrukturen benötigt. Zum Abschluss bestand Einigkeit darüber, die Bedeutung arbeitsmarktpolitischer Instrumente weiterhin sichtbar zu machen und sich für Rahmenbedingungen einzusetzen, die eine nachhaltige berufliche und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Die Radstationen der Diakonie Mönchengladbach verstehen sich dabei auch künftig als verlässlicher Partner für Menschen, die Unterstützung auf ihrem Weg in Arbeit, Qualifizierung und gesellschaftliche Teilhabe benötigen.

Diakonisches Werk Mönchengladbach e.V.
Gründung 1924 als „Evangelisches Jugend- und Wohlfahrtsamt“

Tätigkeitsgebiete: Altenhilfe, Wohnungslosenhilfe, Familien- und Erziehungsberatung, Schwangerschaftskonfliktberatung, Suchthilfe, Migration und Flüchtlingshilfe, Radstationen MG und RY, Inklusionsbetriebe Großwäscherei und Wilhelm-Kliewer-Haus (Tagungshaus), Siebenbürgenhilfe

Christiane Lambertz

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