Spätestens zur Gesellschafterversammlung, die alljährlich im Juni stattfindet, präsentiert das Diakonische Werk Mönchengladbach seinen Jahresbericht. Auch in diesem Jahr zeigt der Rückblick auf 2025 die beeindruckende Vielfalt der Aufgaben, denen sich das DW stellt ebenso wie die Erfolge und Herausforderungen, die diese Arbeit mit sich bringt.
Das DW betreibt in Mönchengladbach mit Haus Bungeroth, dem Otto-Zillessen-Haus und dem Ludwig-Weber-Haus drei Alten- und Pflegeheime, hat zwei Tagespflegen, bietet ambulante Pflege und Servicewohnen an drei Standorten an. „Der Bereich Pflege stellt uns immer wieder – nicht nur aufgrund des Fachkräftemangels- vor neue Herausforderungen“, stellt DW-Vorstand Tilman Henke im Editorial des Jahresberichts mit Blick auf Hitzewellen und Klimawandel fest. „Ältere und pflegebedürftige Menschen sind von Klimafolgen besonders betroffen.“ Das DW erhält Fördergelder und hat ein Projekt zur Klimaanpassung aufgesetzt, um die Bewohnerinnen und Bewohner vor den Folgen großer Hitze zu schützen. Daneben beeindruckt das umfangreiche Programm und die vielen Ideen, mit denen in den drei Einrichtungen für ein abwechslungsreiches Miteinander gesorgt wird.
Die Beratungsstellen des DW bieten Unterstützung für Kinder und Familien, Schwangere, junge Menschen mit Migrationsgeschichte und geflüchtete Menschen. Das Familienberatungszentrum in Rheydt rückte im vergangenen Jahr die Thematik psychischer Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gestärkt in den Fokus seiner Arbeit. „Kinder und Jugendlichen mit psychischen Problemen brauchen verlässliche Hilfsangebote, um ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten zu können“, betont das Team in seinem Bericht.
Die Suchtberatung hat verstärkt mit Mediensucht zu tun: insgesamt 97 Beratungsfälle verzeichnete die Beratungsstelle 2025.
Auch die beiden Radstationen in Gladbach und Rheydt werden vom DW betrieben. Hier wird seit vielen Jahren ein Beschäftigungsangebot gemacht, das Menschen an den Arbeitsmarkt heranführen soll. Immer wieder gibt es hier Erfolgsgeschichten, bei denen die Teilnehmer ihre Chancen nutzen, Arbeitsverträge erhalten und ihrer Zukunft positiv entgegensehen können.
Die beiden Café Pflaster sind vermutlich das bekannteste DW-Angebot. Wohnungslose Menschen finden hier Hilfe, können frühstücken oder zu Mittag essen, ihre Wäsche waschen, duschen und eine medizinische Grundversorgung in Anspruch nehmen. Der Bedarf bleibt konstant hoch. Das Café Pflaster in der Kapuzinerstraße verzeichnet durchschnittlich rund 1900 Besucher im Monat, die Einrichtung in Rheydt durchschnittlich 1140 Besucher. Allerdings erschwert der massive Konsum illegaler Drogen wie Crack die Arbeit der Einrichtungen zunehmend. Aggressives Verhalten führt häufiger zu Hausverboten als in den vergangenen Jahren. Auch die Streetworker, die Gladbach und Rheydt unterwegs sind, haben in den Einrichtungen ihre Anlaufstelle.
Unter dem Namen Neue Arbeit betreibt das DW Inklusionsunternehmen. Zum einen die Wäscherei in Hardt, in der Wäsche für Altenheime und Krankenhäuser gewaschen wird und in der Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen Arbeit und Betreuung finden. Zum anderen das Wilhelm-Kliewer-Haus im Hardter Wald, ein wunderschön gelegenes Gäste- und Tagungshaus. Vom besonderen Flair des Hauses können sich Gäste jetzt auch Sonntagnachmittags bei Kaffee und Kuchen überzeugen. Das Waldcafé im Wilhelm-Kliewer-Haus ist ein perfekter Ort für eine kleine Pause beim Waldspaziergang.
Die ebenfalls unter dem Dach der Diakonie beheimatete Siebenbürgenhilfe hat im letzten Jahr die Sachspendensammlung und -transporte eingestellt und unterstützt nun schwerpunktmäßig das Kinderhospiz in Hermannstadt und die Winterhilfe der evangelischen Kirche im Bezirk Hermannstadt. Das Kinderhospiz betreut schwerstkranke Kinder und muss siebzig Prozent seiner Kosten durch Spenden finanzieren – eine enorme Herausforderung bei einer Inflationsrate von fast zehn Prozent im vergangenen Jahr.
Angela Rietdorf
