Pfingsten im Wichernhaus

Gretha, Hannah, Henri und Luisa kommen mittlerweile schon ganz selbstverständlich zum Kindergottesdiensttag für die Grundschulkinder, obwohl die vier erst im August eingeschult werden. Sie kennen nämlich die Christuskirche, den Kirchgarten, das Wichernhaus und ihre Pfarrerin von klein auf. Der Krabbelgottesdienstgemeinde sind sie allmählich entwachsen. Mit ihren kleineren Geschwistern gehen sie wohl noch gerne dahin. Aber sie selbst wollten einfach nicht länger warten und waren schon mit fünf Jahren das erste Mal beim Kindergottesdienst im Wichernhaus dabei. Und so sitzen diese vier mit den älteren Kindern zusammen am Frühstückstisch, streichen hingebungsvoll Butter und viel Schokocreme auf ihre Brötchen. Angeregt unterhalten sie sich auch mit den Großen des KIGO-Teams, erzählen von ihren Hobbies und dass sie die Lehrerin und die anderen Schulkinder schon kennengelernt haben.

Später sitzen sie eine Etage höher mit allen Kindern im Stuhlkreis, hören aufmerksam zu und staunen, was Felix, Luisas älterer Bruder, schon alles über die Pfingstgeschichte weiß und warum die Taube dabei eine wichtige Rolle spielt. „Gott ist eben Gott. Und Jesus kennen wir ja aus den Geschichten der Bibel“, erklärt Felix und fährt fort:  „Aber sich den Heiligen Geist vorzustellen, war für die Menschen nicht so einfach. Da haben sie sich überlegt, dass die Taube gut als Zeichen passen könnte.“ Deshalb werden die jüngeren Kindergottesdienstkinder an diesem Pfingstsamstag eine selbst gebastelte Taube mit nach Hause nehmen. Henri weiß auch schon genau, wo sie ihren Platz findet: „ Mama, die hängen wir neben die Wolke über mein Bett:“

Simon ist schon etwas älter und weiß, warum Pfingsten auch der Geburtstag der Kirche genannt wird: „Das ist wie bei uns. Mit dem Tag der Geburt fängt ja unser Leben an. Und weil beim ersten Pfingstfest in Jerusalem viele Menschen den Freunden Jesu gut zugehört und sie auch bestens verstanden haben, wollten sehr viele dazugehören. Sie ließen sich taufen. Und so entstand die Kirche. Pfingsten ist ihr Geburtstag.“ Auch die anderen älteren Kinder passen an diesem Vormittag gut auf und haben deshalb kaum Probleme, das Kreuzworträtsel zu Fragen rund um Pfingsten zu lösen.

„Du, Herr, gabst uns dein festes Wort, gib uns allen deinen Geist. Du gehst nicht wieder von uns fort, gib uns allen deinen Geist.“ In das Pfingstlied, das der Pfarrer mit der Gitarre begleitet, stimmen beim Schlusskreis auch die Eltern mit ein. Und vor dem „Vater unser“ nehmen sich alle Kinder an die Hand, die im August eingeschult werden oder auf eine weiterführende Schule wechseln und vergewissern sich so gemeinsam des Segens Gottes für den Neuanfang. Aus den ehemaligen Grundschulkindern werden beim nächsten Mal Assistenten. Gretha, Hannah, Henri und Luisa sind dann schon Grundschulkinder, und sie werden damit als alte Hasen die neuen Kleinen im Wichernhaus begrüßen. 

Annette Beuschel