Shalom Israel

Shalom Israel

Eine Reise im Heiligen Land,

 auf den Spuren von ….

….. Kippa, Hummus, Schutz(?)mauern und Fußwaschungen!

Im Vorfeld unserer Studienreise nach Israel blickten mein Mann Axel und ich oft in sorgenvolle Gesichter, wenn wir von unseren Plänen berichteten. Wir bekamen häufig die Antwort: „Ist das im Moment denn nicht zu gefährlich“? Angesichts der kurz vor unserem Abflug anstehenden Knesset Wahl sowie der Drohungen des iranischen Präsidenten „von Israel nur noch Staub übrig zu lassen“ nachvollziehbare Gedanken. Eine Woche nach unserem Urlaub (wir haben überlebt!) bin ich immer noch so stark beeindruckt und bewegt, dass ich Ihnen und Euch gerne von dieser wundervollen, einmaligen Erfahrung berichten möchte. Um es vorweg zu nehmen: Das (gefühlt) Gefährlichste war meine nächtliche Begegnung mit einem Wildschwein am See Genezareth und eine äußerst hartnäckige Erkältung, die ich leider als ungewolltes Souvenir mit nach Hause genommen habe.

Israel ist zwar nur ein kleines Land, ungefähr so groß wie Hessen, besitzt aber unterschiedlichste Klimazonen. Subtropisches Klima am See Genezareth, Wüstenlandschaft am tiefsten Punkt der Erde am Toten Meer, der Küstenstreifen um Tel Aviv und das wunderschöne, mediterrane Klima des bergigen Jerusalems. Überhaupt Jerusalem. Der 1. Blick auf diese Stadt, aus der Wüste-von Osten-kommend, zählte für mich zu den eindruckvollsten Momenten der Reise. Liebe auf den ersten Blick. Wobei man meine Gefühle Israel gegenüber durchaus als polyamourös bezeichnen könnte. Der See Genezareth war nämlich ebenfalls zauberhaft. Wir wohnten in einem Kibbuz und haben in der Umgebung des Sees viele der Orte, die in der Bibel vom Leben Jesu berichten, besuchen können. Ich habe meine Füße auf den Boden gesetzt, auf dem Jesus vor vielen Jahren ebenfalls stand, alleine diese Erkenntnis! Wir haben die Verkündigungskirche in Nazareth- mit den schönsten Maria-Bildnissen die ich je gesehen habe- besucht, den Berg der Seligpreisungen, Kapernaum, Tabgha und die Brotvermehrungskirche, eine Schiffahrt wie einst die Jünger (bis auf den Elektromotor vielleicht) auf dem See unternommen und wundervolle Sonnenuntergänge erlebt.

Unsere Reisegruppe hatte das Glück in der Nähe der Geburtskirche Jesu in Bethlehem, in der dortigen evangelischen Gemeinde, ein Gespräch mit einer pälastinensischen Christin führen zu können. Für uns war bereits auf dem Weg nach Bethlehem der Anblick der 8 Meter hohen Mauer, die Jerusalem (mittlerweile deutlich ausgeweitet um die fast gesamte Westbank herum) von Bethlehem trennt, ausgesprochen bedrückend. Die geschilderte pälastinensische Sicht auf den Nahost Konflikt sowie die Darstellung der israelischen Perspektive durch unsere Reiseleiterin, zeigte ganz nah und erschreckend spürbar, dass eine Lösung nicht wirklich absehbar erscheint.

In Jerusalem angekommen kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der tatsächliche und oft beschriebene Schmelztiegel und das Pulverfass der Religionen und Kulturen. Die Wiege unserer Kultur, die Wurzeln meines Glaubens! Die Gerüche, verwinkelten Gassen, Stadtmauern, die wunderschönen Bauwerke wie beispielsweise der Felsendom erstrahlen dort in einem unglaublichen Licht, welches ganz Jerusalem umgibt. Wir waren natürlich auf dem Ölberg, u.a. im Garten Gethsemane. Ich hatte außerdem das Glück alleine in der Grabeskirche vor der Grabplatte Jesu zu stehen und eben diesen Stein berühren zu können. Ganz alleine! Ohne andere Touristen! Was in dieser Stadt und in dieser Kirche einem wahren Wunder glich. Vielleicht war es eines. Für meinen Mann war daher neben dem Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem der Anblick seiner Frau, die offensichtlich irgendwie beseelt aus der Grabeskirche kam, der eindruckvollste Moment der Reise.

Berührend war für mich das hautnahe Miterleben jüdischen Glaubens, z.B. eine lebensfrohe und ausgelassene Bar-Mizwa Parade auf dem Weg zur Klagemauer, bei der musiziert und getanzt wurde. Der besinnliche Beginn des Shabbat. Gefühlvoll betende Menschen an der Klagemauer.

Die letzten Tage in Tel Aviv dienten der Entspannung und dem Nachspüren des Gesehenen, sowie- natürlich- schwimmen, schwimmen, schwimmen im glasklaren Wasser und dem ausgiebigen Stöbern auf Wochenmärkten. Am Abend wundervollste Sonnenuntergänge in einem ganz besonderen Orange.

Da wir eine Studienreise gemacht haben wurden wir mit Informationen gesättigt bis überladen. Besonders gerne nehme ich die für mich neue Formulierung (die im weitesten Sinn aus der Bibel abgeleitet wurde) des „ich benötige eine Fußwaschung“, statt „ich müsste mal zur Toilette“, mit in meinen Alltagswortschatz auf.

Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen, abschließend daher noch eine besondere Erwähnung des israelischen Essens. Den ganzen Tag über gab es köstliche, koschere, oft ganz selbstverständlich vegetarisch/vegane, unglaublich abwechslungsreiche orientalische Speisen und Getränken. Da soll noch mal einer sagen vegetarische Ernährung bedeute einen Genussverzicht!

Liebe Gemeinde,

fahren Sie bitte nach Israel, auf jeden Fall und unbedingt, am besten sofort mit den Reiseplänen beginnen.

 

Sie merken vielleicht, ich bin verliebt……  in Israel!

ישראל אני אוהב אותך

 

Ihre Sabine Esther Loobes