Reihe: Mein Konfirmationsspruch

Meinen Konfirmationsspruch habe ich mir vor 18 Jahren selber ausgesucht. Damals, wahrscheinlich eher unbewusst, konzentrierte ich mich bei der Suche auf die Psalmen. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, ist ein Lied genau das Richtige. Musik spielte schon immer eine Rolle in meinem Leben, ob als Zuhörerin oder auch als Mitwirkende. Musik verbindet nicht nur uns Menschen untereinander, sondern stärkt auch die Verbindung zu Gott. Einige meiner Freundschaften, die teilweise schon lange bestehen, sind durch Musik entstanden oder sind durch Lieder besonders geprägt. Vielfalt und Offenheit spielt dabei eine Rolle. Mit einigen Freunden gehe ich in die Oper, mit anderen singe ich aktuelle und ältere Poplieder, US-Rap Songs lernte ich ganz neu kennen und an Karneval tanzen wir gemeinsam zu Schlagern und Karnevalsmusik.

Mein selbst ausgewähltes Lied, mein Konfirmationsspruch lautet: „Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“ Er steht in Psalm 36 (Vers 6, 10) und prägt meine Verbindung zu Gott. Ich trage diese beiden Bibelverse, abgeschrieben auf einem kleinen Zettel, zusammen mit meinem Taufspruch immer in meinem Portemonnaie. Dieses Lied bestärkt mich, mit Freude und Aufrichtigkeit auf andere Menschen zuzugehen, damit auch ich so empfangen werde und es weiter gegeben wird an andere. Auch wenn nicht alles gut ist in der Welt, gibt es viele Momente, in denen das Gute, Schöne und Helle überwiegt. Solche glücklichen Momente sind wertvoll, sollten geschätzt und mit Freude genossen werden. Den Glauben an Gott und die Güte Gottes weiterzugeben an Andere ist mir auch bei der Arbeit als Kindergottesdiensthelferin wichtig. Wenn ich sehe, wie Kinder die erzählten Geschichten verstehen und wiedergeben können, oder aus dem Nichts das Vater Unser mitsprechen können, geht mir das Herz auf.

In Gottesdiensten sind mir die Lieder, die wir singen, besonders wichtig. Sie schaffen für mich eine Nähe zu Gott wie zu einem Freund. Ich kann für ihn und mit ihm singen. Wenn die gesungenen oder gesprochenen Worte und Bitten dann unvorhergesehener Weise zu meiner momentanen Lebenssituation passen, weiß ich erst recht, dass ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin.

Deborah Stephan