Andacht März 2018

Jesus Christus spricht: Es ist vollbracht! (Johannes-Evangelium 19,30)

Die letzten Worte sind bekanntlich die Worte, die am stärksten in den Köpfen derjenigen hängen bleiben, die sie hören. Es sind die Worte, die überdauern. Es sind Worte, die scheinbar noch einmal ein ganz anderes Gewicht haben.
Kaum zu vergessen sind die letzten Worte Sophie Scholls, deren 75. Jährigen Todestag letzten Monat begangen wurde: „So ein schöner Tag und ich muss gehen“.
Letze Worte sind gewichtig, sie erzeugen allein aus sich selbst heraus eine Deutung des Menschen, der sich sprach. Im Falle von Sophie Scholl zeugen sie von ihrer eigenen unverblümten Freiheit und ihres Mutes, den sie gegen den Schrecken der NS Diktatur zeigte.
Von Jesus hören wir gleich sieben letzte Worte am Kreuz, die ganz unterschiedliche Seiten seiner Person zum Vorschein bringen. Wir hören von einem scheinbar gottverlassenen Christus im Matthäusevangelium „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“, von einem demütigen und zutiefst vertrauensvollen Jesus im Lukasevangelium „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist“ und im jüngsten Evangelium, dem Johannesevangelium die Worte: „Es ist vollbracht!“.
„Es ist vollbracht.“
Selten hört man solche Worte, meistens erst nach einem langen Weg, nach einem Kraftakt und erst dann wenn auch wirklich alles getan ist.
 „Es ist vollbracht.“
In diesen drei Worte legt Jesus sein Leben, seinen Weg, seine Bestimmung.
„Es ist vollbracht.“
Dieser Satz zeugt von einem Abschluss, von einem bewusst gesetzten Punkt am Kreuz.
Jesus von Nazareth stirbt.

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Und dann passiert das Unvorstellbare. Der Tod siegt nicht. Die letzten Worte Jesus setzten am Kreuz keinen Punkt, sondern ein Semikolon. Drei Tage später ersteht Jesus von den Toten und vollbringt durch seinen Tod und seine Auferstehung die frohe Botschaft: der Tod, die Sünde und all das was uns von Gott trennen könnte, werden nicht siegen, sondern allein die Liebe und das Leben.
Letzte Worte sind etwas Besonderes, sie rahmen ein Leben. Im Falle des Jesus von Nazareth, des Christus, rahmen sie nicht ein Leben, sondern das Leben aller Menschen. Sie rahmen sie ein in das Bild Gottes, dem Gott der Barmherzigkeit, der Liebe und der Treue.

Vikar Nico Ballmann