Ein offenes Ohr für Trauernde im Café Marianne

Das Angebot hat seinen Namen mehrfach geändert, nicht aber seinen Inhalt. Als Café Klara hat es begonnen, zwischenzeitlich hieß es Anna, jetzt ganz offiziell Café  Marianne. Gemeint ist immer das Gleiche: an jedem zweiten Samstag im Monat ab 11 Uhr werden in Zukunft Menschen auf dem Friedhof am Wasserturm sein, die ein offenes Ohr für Trauernde haben, die bei einer Tasse Kaffee in der Kapelle oder beim gemeinsamen Spaziergang über das Gelände zuhören, zum Austausch bereit  sind oder auch beraten.

Die fünfköpfige Gruppe hat sich im Presbyterium der Christuskirchengemeinde gebildet, freut sich aber über jeden, der noch dazu kommen möchte. Den Anstoß zu diesem Projekt gab eine Presbyterin. „Ich bin auf dem Friedhof schon öfter angesprochen worden“, sagt Ursula Peters. „Es wird immer bedauert, dass die Kapelle nicht geöffnet ist.“  Das soll sich nun ändern, zumindest einmal im Monat.  Mit der Öffnung der Kapelle geht das Gesprächsangebot im Café Marianne einher. „Damit wollen wir auf die Bedürfnisse von Trauernden vor und nach der Beisetzung eines Angehörigen eingehen“, sagt Pfarrer Wolfgang Hess. „Es ist wichtig, dass Trauernde  immer wieder einen Menschen finden, der zuhört.“  Mit dem man reden kann über den Verlust, über die Vergangenheit, die Zukunft, Gott und die Welt.

Namensgeberin für das Café ist übrigens Maria Anna Bölling, die Ehefrau des Gladbacher Bürgermeisters Johann Peter Bölling, die vor mehr als hundertfünfzig Jahren  am 15. November 1854 als Erste auf dem Friedhof am Wasserturm beigesetzt wurde. Ihr Grabstein ist noch heute auf dem Friedhof zu finden.