Ganz große Glaskunst: ein Sommerausflug nach Linnich

Die Glasmalereiwerkstatt Oidtmann in Linnich war das Ziel des diesjährigen sommerlichen Gemeindeausflugs. Statt wie sonst das Wichernhaus und die Christuskirche steuerte man nun per Bus einen Fachbetrieb an, der sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Fertigung, Pflege  und Erforschungen künstlerischer Verglasungen beschäftigt.

Im luftigen und inspirierenden Atelier erklärte Heinrich Oidtmann die Fertigungsprozesse vom Entwurf des Künstlers zur Auswahl der Gläser, die Bleiverglasung, die Malerei und schließlich die Restauration und die Herstellung der Schutzverglasung. Er zeigte Kostbarkeiten aus verschiedenen Jahrhunderten, zum Beispiel  Wappen aus dem 16. Jahrhundert bis hin zu einer Arbeit von Jean Cocteau und ganz modernen Glasgemälden.

Es blieb nicht beim Vortrag. Die Besuchergruppe durfte den freundlichen und konzentrierten Mitarbeitern über die Schulter schauen und erlebte eine ruhige Kreativität auf hohem Niveau. Der Gemeinde-Gesprächskreis kannte bislang nur die Ergebnisse. Intensiv hatte man sich in den Monaten zuvor mit Bibelfenstern in Mönchengladbach und der näheren Umgebung beschäftigt. Ein Werk war allen in der Reisegesellschaft vertraut. Fast alle Fenster der Christuskirche stammen aus der Werkstatt der Firma Oidtmann, manche davon wurden von dem Linnicher Betrieb schon restauriert.

Im Museum waren die Besucherinnen und Besucher beeindruckt von einer Glaskunst, die sich vielfach an der Malerei orientiert, ihr aber noch die Dimension der leuchtenden Farbeffekte und der plastischen Einschlüsse hinzufügt. Dr. Myriam Wierschowski erklärte einzelne herausragende Stücke des Museums wie das Musikfenster mit Teilen von Werken von John Cage oder die bewegende Geschichte des Kreuzigungszyklusses von J.T. Prikker.

Die Ausflügler verarbeiteten die vielen Eindrücke im Bürgerhaus Linnich bei Kaffee und Kuchen von einem reichhaltigem Büffet. Ein schöner, runder Sommertag am Niederrhein!

Lotte Stahl